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Der Tod ist Teil des Lebens. Ständig wird der Mensch damit konfrontiert. Die Von der Heydt-Kunsthalle in Wuppertal zeigt künstlerische Reflexionen des Todes im Alltag der Betrachter.
Orte des Sterbens
Mit einem sehr reißerischen Bild bewirbt die Von der Heydt-Kunsthalle die Ausstellung DEAD_Lines. Ein Lookalike von Prinzessin Diana blickt verführerisch in die Kamera. In ihrem Oberarm steckt ein blutbeschmierter Mercedes-Stern. Das provokante Foto von Erwin Olaf entstammt der Serie Royal Blood. Er spielt mit Horror-Ästhetiken und der Ikonen-Bildung, die ein früher Tod nach sich zieht.
Weit beeindruckender aber sind Arbeiten, die sich dem Thema subtiler nähren. Peter Piller sammelte Fotos von Tatorten. Treppenaufgänge, Bahnschienen, Waldwege – nur im Kontext entwickelt sich die unheimliche Stimmung der Bilder. Auch Lucinda Devlin beschäftigt sich mit „Tatorten“. Sie fotografierte 1991 den Todestrakt des Nevada State Prisons. Die Sterilität von Gaskammer und Todeszelle ist so eindringlich, dass man förmlich das Desinfektionsmittel riechen kann. Das ist der Geruch des Todes – des staatlich verordneten Todes.
Ähnlich wirkt auch das Video Der Weiße Tod von Birgit Richard. Zwei Minuten lang zeigt es eine kalte, grelle Neonlampe von unten. Zu hören ist nur das laute Summen der Beleuchtung, das man meist in Krankenhäusern oder Leichenhallen findet. Man kann nicht umhin, die Perspektive eines Sterbenden beziehungsweise Verstorbenen in dem Video zu erkennen.
Was übrig bleibt
Tod und Krieg sind untrennbar miteinander verbunden. Almut Linde demonstriert das anschaulich mit ihrer Arbeit Dirty Minimal #62.4 – 1347 Lives. Sie hat 1347 Bundeswehr-Erkennungsmarken zu einem dichten Vorhang verknüpft.
Mit anderen Hinterlassenschaften beschäftigt sich John Isaacs. Was nach dem Tod vom Menschen übrig bleibt, ist Fleisch, das langsam verrottet. Isaacs führt das anhand eines überdimensionalen Stücks Fleischs aus Wachs vor. Alles Leben ist ihm entwichen. Der Mensch wird reduziert auf seine körperlichen Bestandteile.
In der Ausstellung DEAD_Lines zeigen vierzig Künstler ihre Perspektiven auf den Tod. Die Räumlichkeiten der Von der Heydt-Kunsthalle sind begrenzt, weswegen manchmal ein überladener Eindruck entsteht. Dennoch lassen sich herausragende Arbeiten finden. Diese Arbeiten schaffen es, den Tod als Bestandteil der Gesellschaft nachzuzeichnen.
Weitere Informationen
DEAD_Lines. Der Tod in Kunst – Medien – Alltag
16.Oktober 2011 bis 12. Februar 2012
Von der Heydt-Kunsthalle
Geschwister-Scholl-Platz 4-6
42275 Wuppertal Barmen
Ausstellungsvermerk der Von der Heydt-Kunsthalle