Der Mann aus dem Hintergrund

Bastian Küllenberg am 31.08.2010
Foto: Gerry Gardner / wikipedia
Foto: Gerry Gardner / wikipedia

Er trat aus dem Schatten einer Band ins Zentrum der Bühne. Die DVD "Live At Rockpalast" stellt den Crazy Horse-Gitarristen Nils Lofgren als Solokünstler vor.

Wenn man gleich zwei weltbekannten und stilprägenden Gruppen angehört hat, darf man mit Recht stolz auf sich sein und es auch auf Solopfaden versuchen. Nils Lofgren gehörte Neil Youngs Crazy Horse an und ist auf dessen Albumklassiker "After The Goldrush" zu hören. 1975 startete der Mann an der Gitarre seine Solokarriere, die er jedoch in den 80er erneut unterbrach, um Mitglied der E-Street Band von Bruce Springsteen zu werden.

Die DVD "Live At Rockpalast" bietet nun mit einer kleinen Revue einen Überblick. Es werden drei Konzerte präsentiert die aus unterschiedlichen Phasen der Solo-Karriere des mitlerweile knapp 60-jährigen Künstlers stammen. In drei Episoden aus 1976, 1997 und 1991 wird so der Weg nachgezeichnet, von den Anfängen bis zum Comeback.

Von den 70ern in die 90er

Beim ersten Auftritt erleben wir Lofrgen bei den ersten Schritten ohne große Band. Erstmals steht er im Zentrum, hat seine Begleitung hinter sich und steht in keinem Schatten. 1976 spielte er neun Lieder seines hochgelobten selbstbetitelten Solodebüts. Er charakterisiert sich selbst mit seinem Songtitel "Rock'n'Roll Crook". Ein schlimmer Finger vielleicht, doch an der Gitarre beherrscht er sein Handwerk perfekt.

1979 umfasst die Tracklist bereits 15 Songs, darunter "Keith Don't Go", das man bereits beim ersten Auftritt sehen konnte und das auch im Konzert von 1991 enthalten ist. So kann man miterleben, wie sich das Stück im Laufe der Aufführungen ändert, wie sich der Stil des Gitarristen durch die Jahre entwickelt. Der Show aus den frühen Neunzigern ist schließlich eine eigene DVD des Doppelsets gewidmet.

Futter für Rockpalast-Fans

Bei allen drei Auftritten spiegelt sich die jeweilige Zeit in der Mode und Darstellungsform des Bildmaterials wieder. Heutzutage mutet besonders der Gig von 1991 in Sachen Ästhetik und Oberbekleidung an manchen Stellen arg sonderbar an, doch immerhin handelt es sich hier ja auch um ein musikhistorisches Dokument.

35 Songs plus drei Bonustitel, bei dieser Fülle bleiben keine Wünsche offen. Rockpalast-Anhänger wissen, warum sie ihre alte Dame des deutschen Musikfernsehens so lieben. Mit Nils Lofgren reiht sich ein weiterer namhafter Künstler in die Riege der DVD-Edition des Rockpalast ein.

Mehr Informationen: www.eagle-rock.com