Deutsche Lyrik und das Mittelalter

Barbara König am 30.10.2011

Auch wenn der Begriff „Mittelalter Rock“ schwer zuzuordnen ist, Subway To Sally sind mit ihrem eigenwilligen Sound erfolgreicher denn je. Auf ihrer Tournee machen sie in der Muffathalle München Halt.

Auf Live-Tour 

Auf einem Subway-To-Sally-Konzert reist man in eine andere Zeit. Gekleidet in merkwürdige Outfits und bewaffnet mit lauten Gitarren oder Dudelsäcken, sorgen die Musiker auf der Bühne für ein Spektakel, das selbst Ritter und Burgfräulein in Staunen verstetzt. Mit Wucht und ungebremster Energie spielen sie Songs, die auf jedem Rittermahl funktionieren würden. Denn mit Instrumenten wie Dudelsack, Drehleiher, Laute oder Schalmei verleihen sie ihrem Rock- und Metal-Sound einen mittelalterlichen Touch. Innerhalb kürzester Zeit erspielte sich die Band durch unzählige Live-Auftritte und starke Alben eine eingeschworene Fangemeinde. Ihre romantisch-symbolischen Texte, die komplett in Deutsch gehalten sind, bescheren ihren Songs einen hohen Wiedererkennungswert.

Septett aus Potsdam

Seit 1992 beweist die Band, dass sie live zu den beliebtesten deutschen Acts gehört. Zuerst spielten sie mit Folk-, später auch mit Metaleinflüssen. Der Name rührt von einem der ersten Lieder der Band her: „Down the Line“ mit der weiblichen Hauptfigur Sally. Auf dem ersten Album sind noch viele englischsprachige Texte zu hören, später kamen lateinische und auch gälische hinzu. Inzwischen verwendet die Band ausschließlich deutsche Texte. Und das Ergebnis rockt nicht nur, sondern ist auch extrem tanzbar. Wie gut diese Mischung ankommt, sah man beispielsweise 2008 beim Bundesvision Songcontest. Dort belegte die Band mit ihrem Song „Auf Kiel“ den ersten Platz.

Schwarz in Schwarz

Das neue Album der Band trägt den Namen Schwarz in Schwarz, ist sehr abwechslungsreich und geht musikalisch in Richtung früherer Alben wie Hochzeit. Der lyrische Stil ist ein wichtiger Teil des Erfolgsrezeptes der Band. Texter Bodenski, studierter Germanist und Teilnehmer der Celler Schule, setzt auf deutsche, teils altertümlich wirkende Texte, die reich an Metaphern sind. Schnell entsteht der Stempel Mittelalter-Metal, doch die Band deutet lieber auf ihre Folk-Vergangenheit.

Bandgründung

Simon Levko und Michael Boden kennen sich bereits seit 1980 aus der Schule. Dort gründeten sie zusammen mit zwei weiteren Mitschülern die Schülerband Zweieck, die allerdings mit dem Wehrdienst von Boden auseinanderfiel. Sie trafen schließlich auf Ingo Hampf, Silvio Runge und Guido und gründeten zusammen Bodenski Beat. 1990 beschlossen die Fünf, ein oder zwei Folkmusiker zu engagieren. Sie nahmen die Geigerin Silke Volland und die Trompeterin Coni auf und gaben als Subway To Sally ihr erstes Konzert. Coni verließ die Band nach kurzer Zeit, da sie schwanger war. Später kam Erik-Uwe Hecht als Sackpfeifer hinzu, der seit dem zweiten Album auch der Sänger ist.

Eisheilige Nächte

Seit einigen Jahren veranstalten Subway to Sally unter dem Namen „Eisheilige Nächte“ auch Weihnachtskonzerte und Festivals. Diese werden von Jahr zu Jahr größer, umfassen mehr Bands und kommen in immer mehr Städte. So findet im Dezember 2011 zum ersten Mal eine Eisheilige Nacht in Österreich statt. Die Tour umfasst acht Städte und sechs Bands. Sie führt von Wien über Giessen, Pratteln, Bremen, Bochum, Fürth und Bielefeld zum tradionellen Jahresabschluss nach Potsdam. Mit dabei sind neben Fiddlers Green, Letzte Instanz, Megaherz, Tanzwut und Feuerschwanz. Sowie, als Special Guest in Potsdam Alexx von Eisbrecher.

Weitere Informationen
 

Subway to Sally

31. Oktober, 20 Uhr Muffathalle

Zellstraße 4

81667 München

Tel.: 089 550547710

E-Mail: info@muffatwerk.de