Ein teuflisches Vergnügen

Barbara König am 01.09.2010

Goethes Faust ist im Brunnenhof der Münchner Residenz kaum wieder zu erkennen. Orientiert am traditionellen Stoff von Johann Wolfgang Goethe, setzt der Berliner Rudolf Volz das klassische Werk textgetreu in ein zeitgemäßes Stück um – mit rockigen Klängen und Rhythmen.

Rockoper Faust

In einer Mischung aus Volksgut, Musical und Oper wird anhand von 27 Rock- und Popsongs die Geschichte um den Wissenschaftler Heinrich Faust erzählt. Dieser kommt in seiner Lebensbilanz zu einem niederschmetternden Fazit: als Wissenschaftler hat er versagt und als Mensch ist er unfähig das Leben zu genießen. So schließt er einen Pakt mit dem Teufel und verspricht ihm seine Seele, wenn er ihn aus seiner Unzufriedenheit erlöst. Zurückverwandelt in einen jungen Mann, begibt sich Faust anschließend auf eine abenteuerliche Reise an der Seite des Teufels

Spektakuläre Inszenierung

Es zischt, faucht und blitzt, wenn Mephistens Höllenküche einen Zaubertrank kreiert, der Faust mit Hexenkünsten zurück ins Jugendalter befördert. Es rockt phonstark, wenn sechs kleine Teufelchen ihren Mephisto sexy und selbstbewusst umgarnen. Was der Librettist, Regisseur und Komponist Rudolf Volz auf die Beine stellt, ist eine Mischung aus klassischem Theater und moderner Rockmusik und vereint junges und altes Publikum. Auch die musikalische Inszenierung mit Live-Band, brillanter Schauspielbesetzung, schrillen Kostümen und rockig getanzten Choreographien erinnert eher an ein heutiges Rockkonzert – und die monumentale Ausstattung lässt die Rockgeschichte der siebziger Jahre wiederauferstehen.

Historische Spielorte im Mittelpunkt

Für die Aufführungen der Rockoper werden bewusst historische Spielorte ausgesucht. So findet das Drama nicht nur auf der Bühne statt, sondern bezieht die Besonderheit der Kulisse in die Handlung mit ein. Farbenprächtige Illuminationen erzeugen eine mystisch anmutende Atmosphäre und kunstvolle Laserprojektionen setzen die Kulisse in das richtige Licht und sorgen so für teuflisch gute Unterhaltung.

Jahrhundertealte Thematik

Bereits mehr als 500 Jahre gibt es den Faust-Stoff. Johann Wolfgang von Goethe veröffentlichte 1808 „Faust – Der Tragödie erster Teil“, und schuf damit eines der bis heute bedeutendsten Werke der Weltliteratur. Das Universalgenie war grandioser Dichter, Wissenschaftler und Politiker und seine literarischen Produktionen umfassen gleichermaßen autobiografische, literaturtheoretische und naturwissenschaftliche Schriften sowie Gedichte, Dramen und erzählende Werke. Häufig finden sich Vertonungen des Faust-Stoffes. Der Musiker Volz reiht sich damit unter namhafte Komponisten ein, die sich intensiv mit dem Faust-Komplex beschäftigt haben: Spohr, Berlioz, Gounod, Boito, Zöllner, Busoni, Schnittke.

Faust - Die Rockoper Teil I
Donnerstag, 2.9.2010, 20:00 Uhr Residenz, Brunnenhof Residenzstraße 1 80333 München