Indische Druckgeschichte: mit der Ausstellung „120 Jahre Hochglanzgötter“ zeigt die Aspekte Galerie
Götterplakate aus Indien aus der Sammlung der Münchner Indologin und Religionswissenschaftlerin Eva Maria Glasbrenner.
Erster Götterplakatmaler
Eine neue Ära in Indien entstand, als vor 120 Jahren der erste große Götterplakatmaler Raja Ravi Varma seine Druckerei in Bombay eröffnete. Indien ist das Land der Götter und der leuchtenden Farben. Das indische Götterplakat kombiniert beides und ist eng mit Deutschland verknüpft. Die hochglänzenden, farbenprächtigen Drucke sind in Indien allgegenwärtig als Ausdruck intensiver Religiosität gleich welcher Religionsgemeinschaft und lebendiger Kultur.
Druckgeschichtlicher Bogen
Die Ausstellung der Aspekte Galerie besteht aus 120 Exponaten. Von der Oleographie „Made in Germany“ bis zum laminierten Offsetdruck zeigen sie in einem druckgeschichtlichen Bogen indische Religionen, mythologische Bedeutungsebenen sowie den kunsthistorischen und gesellschaftlichen Wandel. Mit ihrer typischen Ästhetik, einer historisch gewachsenen Mischung aus europäischer Kunst, deutschem Druckhandwerk und indischer Mythologie führen sie direkt ins Zentrum indischer Kultur.
Verbindung zu Deutschland
Die Tatsache, dass die ersten, sich immer größerer Beliebtheit erfreuenden indischen Götterplakate in Deutschland hergestellt und nach Indien exportiert wurden, und auch später in Rāja Ravi Varmās Presse zunächst ein deutsches Druckerteam auf deutschen Pressen arbeitete, setzt eine besondere historische Verbindung zu Deutschland. Trotzdem tun sich deutsche Betrachter heute schwer mit den farbenprächtigen Plakaten. Oftmals wirkt der erste Eindruck des Kitsches zu stark, bevor die zauberhafte und tiefgründig philosophische Welt indischen Denkens erkennbar werden könnte.
Eva-Maria Glasbrenner
Die Indologin und Religionswissenschaftlerin Eva-Maria Glasbrenner hat parallel zur Ausstellung einen großformatigen farbigen Kunstkatalog verfasst. Durchaus mit wissenschaftlichen Anspruch, aber auch leserfreundlichen für an Indien interessierte Laien. Sie geht auf Fragen und Zweifel ein, die der europäische Betrachter bei der Begegnung mit Indien und der Allgegenwart seiner religiösen Plakate hat. Gleichzeitig beleuchtet sie die verwirrende religiöse Vielfalt und hilft mit einer Vielzahl von Abbildungen, indische Gottheiten und ihre Symbole richtig zu erkennen.
Weitere Informationen
120 Jahre Hochglanzgötter
Die Welt des indischen Götterplakats
01.Februar bis 11. März 2012
Aspekte Galerie der Münchner Volkshochschule
Gasteig
Foyer 2. OG
Rosenheimer Str. 5,
81667 München
Tel.: 089/ 4 80 06-0
E-Mail: info@mvhs.de