Herkunftsnachweis

Victoria Belikova am 12.12.2011
Abraham Petrowitsch Hannibal, Urgroßvater des Dichters Alexander Puschkin
Abraham Petrowitsch Hannibal, Urgroßvater des Dichters Alexander Puschkin
Dmitri Gutow. Katharina II. die Große / 1729–1796. Kaiserin von Russland. Deutsche. Tochter von Fürst Christian August von Anhalt-Zerbst und Prinzessin Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf
Dmitri Gutow. Katharina II. die Große / 1729–1796. Kaiserin von Russland. Deutsche. Tochter von Fürst Christian August von Anhalt-Zerbst und Prinzessin Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf
Dmitri Gutow. Kasimir Malewitsch/ 1879–1935. Künstler, Kunsttheoretiker. Sohn eines Angestellten in der Zuckerfabrik Tereschenko, des kleinadligen Sewerin Antonowitsch Malewitsch und Ljudwiga Alexandrowna, geb. Galinowskaja, beide Polen
Dmitri Gutow. Kasimir Malewitsch/ 1879–1935. Künstler, Kunsttheoretiker. Sohn eines Angestellten in der Zuckerfabrik Tereschenko, des kleinadligen Sewerin Antonowitsch Malewitsch und Ljudwiga Alexandrowna, geb. Galinowskaja, beide Polen

Die Vorfahren des russischen Nationaldichters Alexander Puschkin stammten aus Schwarzafrika, der berühmteste russische Komponist Pjotr Tschaikowski hatte einen französischen Großvater und der Hauptvertreter der russischen Avantgarde Kasimir Malewitsch war Pole.

Auf den Textbildern von Dmitri Gutow stehen Namen bedeutender Bürger Russlands, versehen mit einem knappen Hinweis auf deren ethnische Herkunft. 80 Namen-Bilder von Persönlichkeiten, die eine Schlüsselrolle in der russischen Geschichte, Kultur und Wissenschaft spielten oder immer noch spielen, sind in der Ausstellung „Russland für Alle“ zu sehen. Sie eröffnete symbolträchtig am Tag der Einheit des Volkes, der alljährlich am 4. November gefeiert wird, und kann im Moskauer Multimedia Art Museum noch bis Ende des Monats besichtigt werden.

Künstlerische Antwort auf die „Nationalitätenfrage“

Das Projekt ist eine Reaktion auf die Ereignisse auf dem Moskauer Manege-Platz im Dezember 2010, als etwa fünftausend Fußballfans gegen aus dem Kaukasus stammende Bürger – teilweise gewalttätig – auftraten. Die Idee dazu stammt von dem Moskauer Kunstsammler Viktor Bondarenko, der nach den Krawallen die Verfassung der Russischen Föderation aufschlug und dort gleich in der ersten Zeile das Wort „Vielvölkerstaat“ fand. Die Eindeutigkeit der Aussage hat ihn dazu bewogen, über ihre Umsetzung nachzudenken. Er wandte sich an den renommierten zeitgenössischen Künstler Dmitri Gutow, der für seine „linke“ Position in der bildenden Kunst bekannt ist, und entwickelte gemeinsam mit ihm das Konzept der Ausstellung.

Historische Authentizität der Familiengeschichten

Alle auf den Bildern gemachten Angaben zur ethnischen Zugehörigkeit der genannten Persönlichkeit sind akribisch belegt. Ein Kunstwissenschaftler war eigens dafür verantwortlich, über die Herkunft dieser bedeutenden Bürger Russlands historische Quellen ausfindig zu machen. Die streng wissenschaftliche Herangehensweise dieses Kunstprojektes unterstreicht die Sinnlosigkeit einer Klassifizierung nach „Nationalitäten“.

Die Ausstellung „Russland für Alle“ ist eine deutliche Antwort an diejenigen, die heute fremdenfeindliche und rassistische  Parolen und „Russland den Russen“ schreien. Dmitri Gutow ist davon überzeugt, dass „einmal der Tag kommen wird, an dem der wahre Sinn des Wortes „Internationalismus“ jedem gegenwärtig sein wird“.  Angesichts der steigenden Zahl  interethnischer Konflikte in Russland kann man darauf nur hoffen.

 
 

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