Hey there people, I’m Bobby Brown

Bastian Küllenberg am 23.12.2010

Sein Toiletten-Foto hing zeitweilig in jeder Studenten-WG. Frank Zappa ist eine Ikone der Rockgeschichte und war bereits zu Lebzeiten legendär. Nicht zuletzt die packenden Liveshows zementierten den Ausnahmestatus des Musikers.

Der Sohn italienischer Einwanderer fand bereits früh einen Zugang zu Musik und Literatur. 1940 geboren, durchlebte Frank Vincent Zappa eine schwierige, von chronischer Krankheit begleitete Kindheit und fokussierte sein Interesse sehr früh auf Komposition und das Arrangieren von Wort und Klang.

In den Fünfziger Jahren versuchte sich der Teenager in einigen Rhythm `n Blues –Bands, bevor er 1961 als Studiomusiker im „Pal Recording Studio“ anheuerte, das von Produzent Paul Buff betrieben wurde und der Welt einige Hits schenken sollte. Vor allem im Surf-Segment hinterließ das Studio Eindruck, wurden hier doch Klassiker „Wipe Out“ von den Surfaris oder „Tijuana Surf“ der Hollywood Persuaders produziert.

Aushängeschild einer Generation

Zappas persönlicher Durchbruch ließ jedoch noch auf sich warten. Erst als sich Mitte der Sechziger Jahre aus der Band The Soul Giants die Mothers Of Invention entwickelten, rückte der Sänger und Songwriter Zappa in weltweites Rampenlicht. Gemeinsam mit einer Vielzahl wechselnder Musiker inszenierte und vertonte Zappa den Geist des ausgehenden Jahrzehnts und fand bei Hippies, Freaks und Anhängern der Bürgerechtsbewegung Gehör.

Seine oftmals bitterbösen, ironischen Texte sollten einer scheinheiligen Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Das extrovertierte Auftreten auf und abseits der Bühne sorgte dafür, dass Zappa für viele Eltern zu einem schrillen Sinnbild der Verkommenheit der Jugend wurde. Der Künstler schien jedoch die Rolle des Exzentrikers zu genießen und wurde auch nach dem Ende der Mothers Of Invention nie zahmer.

Ritual zu Halloween

An Halloween hatte er, so wird geschildert, große Freude. Daher veranstaltete Zappa regelmäßig Konzerte an diesem Termin. So auch 1981 im New Yorker „Palladium“. Zappa hatte geplant, die Aufnahmen der Show in drei Fernseh-Specials zu verarbeiten. Zwei davon, mit den Titeln „You are what you is“ und „Dumb all over“ wurden tatsächlich ausgestrahlt, der längsten Bearbeitung der Mitschnitte, blieb nur die Veröffentlichung auf Video.

In knapp zwei Stunden spielte sich Frank Zappa durch zahlreiche Songs des 81er Doppelalbums „You are what you is“ und leitete dabei seine famos besetzte Band durch haarsträubende Melodien und radikale Improvisationen. Man bekommt schnell einen guten Eindruck, warum der mit 53 Jahren früh verstorbene Maestro einen Ruf, als innovativer und wagemutiger Komponist und Musiker genießt.

Mit der nun erscheinenden DVD erstrahlen die Bilder in neuem Glanz. Obgleich man den Szenen ihr Alter anmerkt, wirken die Farben und Lichteffekte deutlich aufpoliert und machen „The Torture Never Stops“ zu einem sehr sehenswerten Konzertfilm.

Erschienen bei Eagle Vision
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