Im Fadenkreuz – 40 Jahre Tatort

globe-M am 25.11.2010
Ausstellung: Im Fadenkreuz - 40 Jahre Tatort
Ausstellung: Im Fadenkreuz - 40 Jahre Tatort
40 Jahre Tatort
40 Jahre Tatort
Originaldrehbuch
Originaldrehbuch
Dienstausweis Schimanski
Dienstausweis Schimanski

Als am 29. November 1970 mit „Taxi nach Leipzig“ der erste Tatort ausgestrahlt wurde, konnte Niemand ahnen, dass sich die Krimireihe auch 40 Jahre später solch großer Beliebtheit erfreuen würde. 

Von Beginn an ermittelten verschiedene Kommissare in den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands. Das Besondere an diesem Konzept war und ist, dass die jeweilige Stadt mit ihrer typischen Atmosphäre und Mentalität die Arbeit der Ermittler prägen. Das bis heute wohl bekannteste Beispiel einer Milieustudie dürfte die Figur des 1980 eingeführten Kommissars Schimanski (gespielt von Götz George) sein. Mit ihm trat erstmals ein Ermittler auf, der der Arbeiterklasse entstammte und dort auch als Polizist frei agieren konnte.

Zahlreiche Requisiten erlauben Blick hinter die Kulissen

Mit der Sonderausstellung „Im Fadenkreuz – 40 Jahre Tatort“ zeigt das Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf bis zum 2. Januar 2011 die einzigartige Erfolgsstory anhand verschiedener Video-Installationen und mehr als 600 akribisch ausgewählten Fotos aus den vergangenen vierzig Jahren. Darüber hinaus erlauben zahlreiche Requisiten wie Drehbücher oder Einsatzpläne dem Besucher einen kleinen Einblick in die Arbeit und die komplexen Vorbereitungen für die einzelnen Tatort-Folgen.

Hintergrundinformationen über die Entstehungsgeschichte des Tatorts runden den positiven Gesamteindruck dieser Ausstellung ab. So erfährt der Besucher zum Beispiel, dass bereits 1969 der Film „Exklusiv!“ im Fernsehen zu sehen war. Schauspieler Walter Richter, der in „Taxi nach Berlin“ den Tatort-Kommissar Trimmel spielte, tauchte dort bereits auf. Und so entschieden die Verantwortlichen kurzer Hand, die Folge als Tatort Nummer 9 noch einmal auszustrahlen.

Gesellschaftskritik in 90 Minuten

Vor allem die gesellschaftspolitische Bedeutung der Krimireihe ist bemerkenswert. Bereits in den 1970er Jahren wurde die Teilung Deutschlands in verschiedenen Folgen aufgegriffen und thematisiert. Bis heute werden immer wieder tagesaktuelle Probleme im Tatort verarbeitet. In jüngerer Vergangenheit wurden die Themen Migration und Kindesmisshandlungen aufgegriffen, die das Publikum in diesen Bereichen sensibilisieren sollte – was jedoch nicht für jedes gesellschaftliche Problem funktionierte. So kam es nach der Ausstrahlung des 2007er Tatorts „Wem Ehre gebührt“ (mit Maria Furtwängler), in dem es um sexuellen Missbrauch in einer türkisch-alevitischen Familie geht,  zu Protestaktionen der in Deutschland lebenden Aleviten, die sich durch die Folge verunglimpft fühlten.

Durch die guten TV-Quoten ist davon auszugehen, dass die sonntägliche Routine vieler Familien auch in den kommenden Jahren vom Tatort geprägt sein wird. Die Ausstellung „Im Fadenkreuz – 40 Jahre Tatort“ bildet hierzu die perfekte Ergänzung. Spannend und informativ, fast so wie der Krimi im Fernsehen.

Weitere Informationen:

Filmmuseum Landeshauptstadt Düsseldorf


Schulstraße 4
40213 Düsseldorf


Telefon: 0211/899-2232

Offizielle Homepage des Filmmuseum Düsseldorf

Öffnungszeiten:

Dienstags bis Sonntags 11–17 Uhr


Mittwochs 11–21 Uhr
 
Eintrittspreise: 


Eintritt: 3,- Euro (ermäßigt 1,50 Euro)


Schüler bis 18 Jahre haben freien Eintritt


Sonderausstellungen: 4,- Euro (ermäßigt 2,- Euro)


Fotos: WDR