Langes Ausnahmekabarett

Barbara König am 28.01.2012

Lange Nächte gibt es in München viele – Lange Nacht der Musik oder Lange Nacht der Museen. Jetzt folgt auch eine lange Nacht des Kabaretts mit Josef Hader im Doppelpack aus Liveprogramm und Film.

One-Man-Show

Der österreichische Ausnahmekünstler Josef Hader ist bekannt für intelligentes deutschsprachiges Kabarett, aber ebenso bekannt für intelligentes deutschsprachiges Theater und dazwischen spielt er immer wieder in intelligenten deutschsprachigen Filmen. „Bei den lustigen schreibt er am Drehbuch mit, bei den traurigen ist er nur Schauspieler, bekommt aber leichter Preise“. Kein Wunder, wenn bei einer solchen Fülle an Talent das normale Zeitkontingent eines Abends nicht mehr ausreicht und die lange Nacht des Josef Hader geboren wird.

Hader muss weg

Zu Beginn der langen Nacht spielt Hader im Bühnenprogramm „Hader muss weg“ sieben Typen, sieben Schicksale und sieben Psychogramme der Gesellschaft. So nimmt ein tragikomisches Kriminalstück mit nächtlicher Vorstadtstraße, heruntergekommener Tankstelle, einem grindigen Lokal, einer Schusswaffe und einem Kuvert mit rund 10 000 Euro seinen Verlauf. Hader übernimmt sämtliche Rollen selbst: opportunistischer Hader-Fan und dessen Frau, faschistoider Tankstellenpächter, abgehalfterter Barpianist, russischer Erpresser, Prostituierte oder Josef Hader selbst.

Der Knochenmann

Anschließend wird Hader im Kinofilm von 2099 „Der Knochenmann“ nach einem Roman von Wolf Haas als lakonischer Privatdetektiv Brenner zu sehen sein. Darin ist ein Mann namens Horvath verschwunden, der die letzten Leasingraten für seinen Wagen noch nicht bezahlt hat. Brenner übernimmt den Auftrag und macht sich auf den Weg in die Provinz. Ein Nachsendeauftrag führt ihn zu einer Backhendlstation von legendärem Ruf, wo er vom Sohn des Wirtes ebenfalls engagiert wird und sich in die Küchenchefin verliebt. Die dort lauernden Gefahren bemerkt Brenner fast zu spät. Doch sein Freund Berti erweist sich als Schutzengel, der rechtzeitig auftaucht und das Geheimnis um den verschwundenen Horvath lüftet.

Biographie

Geboren 1962 in Waldhausen, Oberösterreich, durchlief Hader eine typische katholische Jugend als Gymnasiast, Ministrant, Chorsänger und sogar als Organist. Bereits in der Schule gab es erste Kabarettversuche mit kritischen Nummern über Lehrer, die ein Riesenerfolg wurden. So erntete er 1990 den "Deutschen Kleinkunstpreis". Zwei Jahre später bekam Hader seine erste Hauptrolle in Fernsehfilmen und ab 1994 sein erstes Soloprogramm. Mit 2001 begann Josef Hader nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera zu stehen und arbeitete am Drehbuch mit. Und als bisher krönenden Abschluss als Kabarettist erhält er 2011 den "Göttinger Elch", Deutschlands einzigen Satire-Preis.

Weitere Informationen

Die lange Nacht des Josef Hader

28.01.2012, ab 20:00 Uhr

Theaterzelt Das Schloss

Schwere-Reiter-Str. 15

80637 München

Tel.: 089 143408-0

E-Mail: info@dasschloss.info

 
 

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