The Irrepressibles gehören in London schon länger zum Stadtgespräch. Das zakk in Düsseldorf zeigt sich gut informiert und holt das außergewöhnliche Barock-Pop-Kollektiv für eine der wenigen, exklusiven Shows an den Rhein.
Szeneband ohne Szene
An diesem Abend zeigt sich einmal mehr überdeutlich, dass obgleich die Landeshauptstadt als Mode- und Kunstmetropole bekannt ist, diese vermeintliche Avantgarde sich nicht ohne weiteres auf Musik abseits elektronischer Produktionen einlassen mag. The Irrepressibles sind ein Szenespektakel, dem in Düsseldorf die Szene fehlt. Wo ist die Kunstakademie, wenn man sie braucht und erwartet?
Etwa hundert Besucher haben sich in der großzügig bestuhlten Halle des zakk eingefunden, einem Ort, der bei anderen Shows auch gerne die achtfache Menge an Zuschauern aufnehmen kann. Es wirkt ein wenig sonderbar, wie wenig vor der Bühne los ist, angesichts der Aufbauten im Scheinwerferlicht. Hier versammeln sich insgesamt zehn Musiker um akkurat platzierte Spiegel und erschaffen einen Klang, der nicht in alltägliche Muster passen möchte.
Mehr als nur ein Konzert
Besonders Sänger Jamie McDermott verzaubert durch eine Stimme, die nicht von dieser Welt zu sein scheint. In Rezensionen hatte ihm sein Organ regelmäßig Vergleiche mit Antony Hegarty von Antony & The Johnsons eingebracht und auch live bleibt der Gesang das markante wie einnehmende Widererkennungsmerkmal.
The Irrepressibles bedeutet mehr als nur Musik. Man versteht schnell, warum Spaßvögel die Band schon als „Barocky Horror Streicher Show" beschrieben haben. Zwischen Performance und Konzert folgt das Musizieren hier einer bestimmten Choreographie. Eine beeindruckende Lichtshow trägt ihren Teil dazu bei, dass der Abend trotz mäßigen Andrangs zu einem unvergleichlichen, schillernden Erlebnis wird.
Am Ende wirken die Gäste alle ein bisschen verzaubert und weltentrückt. Auch die Band scheint sichtlich angetan von den zurückliegenden knapp 80 Minuten, so dass sich rückblickend nur noch Miesepeter an der geringen Zuschauerzahl stören. Die Leute, die da waren, wurden von den Briten auf jeden Fall bewegt.
Kommentare
Ich finde sie großartig. In
Ich finde sie großartig. In Berlin war letztes Jahr das Konzert übrigens auch nicht gerade überrannt.