Max Goldt gehört zu den beliebtesten deutschen Schriftstellern. Durch seine Kolumne im Satire-Magazin „Titanic“ oder die Comicstrips „Katz und Goldt“ wurde er in den 1990er-Jahren einem größeren Publikum bekannt.
Es verwundert also nicht, dass das Zakk in Düsseldorf wieder einmal restlos ausverkauft ist. Und auch der Pressebereich ist diesmal bis auf den letzten Platz gefüllt. Pünktlich um 20 Uhr beginnt Goldt mit einem recht alten Text über seine Reisen nach Amerika. Seine Erzählung handelt von seltsamen Steckdosen, komischen Duschköpfen und runtergekommenen Hotelzimmern. Gewohnt souverän liest der Autor den fast zehn Seiten langen Text, während das Publikum gespannt seinen Erzählungen lauscht.
Ohne technische Fehlerquellen durch das Programm
Nach seinem ersten Text muss der in Berlin lebende Schriftsteller erst einmal klarstellen, dass er nicht, wie auf den Plakaten angekündigt, aus seinem aktuellen Buch „Gattin aus Holzabfällen: Mit Text versehene Bilder“ vorlesen wird. Dafür hätte er nämlich einen Diaprojektor samt Leinwand gebraucht. Und für solche möglichen technischen Fehlerquellen sei er mittlerweile einfach zu alt. Um die Besucher aber nicht „zu enttäuschen“, beschreibt er stattdessen einige Bilder und liest die dazugehörigen Texte aus dem Buch vor – was nicht unbedingt den besten Teil der Lesung darstellt.
Sprachkritik auf hohem Niveau
Es folgt ein sprachkritischer Text, in dem Goldt gewohnt souverän und ziemlich lustig auf Missstände innerhalb des alltäglichen Sprachgebrauchs hinweist. Hier zeigt sich die von Kritikern immer wieder genannte sprachliche Eleganz des Autors. Die Zuschauer im Zakk, eine Mischung aus Alternativen, Titanic-Lesern und Feuilleton-Freunden, danken es dem Berliner mit frenetischem Applaus nach jedem vorgelesenen Text.
Einziger Schwachpunkt ist die Emotionslosigkeit, mit der Goldt seine Texte vorträgt. Stellenweise klingt das Ganze ein bisschen nach einem Hörbuch. Und je länger sein gerade vorgelesenes Stück ist, desto stärker sinkt die Aufmerksamkeit. Inhaltlich zeichnen sich seine Texte hingegen weiterhin durch intelligenten Wortwitz und eine hohe sprachliche Eleganz aus. Hier macht ihm so leicht niemand etwas vor.
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