"Nina sagt" statt "Simon says"

Bastian Küllenberg am 17.01.2011

Nina Bienefeld macht klare Ansagen zu urbaner Kunst. Seit einigen Jahren betreibt die Düsseldorferin im sympathischen Stadtteil Friedrichstadt ihre Galerie „Nina sagt“ und gibt damit vor allem der Street Art-Szene ein Forum.

Globe-M: Wann und wie ist die Idee entstanden, eine Galerie für urbane Kunst zu gründen?

Nina Bienefeld: Seit 2006 habe ich bereits unter dem Namen „Nina sagt“ Kunstausstellungen in wechselnden Räumen organisiert. Der feste Standort erleichtert Vieles und die Ausstellungen haben längere Laufzeiten.

Globe-M:
Welche Orte waren das, an denen „Nina sagt“ vor Einrichtung einer festen Galerie zu erleben war? Wie habt ihr diese Off-locations gefunden?

Nina Bienefeld:
Die leerstehenden Räume habe ich entweder beim Spaziergang durch die Stadt oder übers Internet gefunden und jeweils tolerante und/oder kunstinteressierte Vermieter gehabt. Viele Makler oder Vermieter reagieren beim Begriff Kunstausstellung skeptisch und erwarten wilde Orgien, was natürlich spießig und Quatsch ist.

Globe-M: Was zeichnet urbane Kunst aus, im Vergleich zu anderen Kunstformen?

Nina Bienefeld:
Kunst im urbanen Umfeld, hat eine Schnelllebigkeit aufgrund des gewählten Mediums. Ein Kunstwerk auf einer Hauswand kann morgen schon verschwunden sein, insofern hat sie nicht die Haltbarkeit, als wäre sie für die Galerie oder das Museum produziert.

Globe-M:
Wie wirst du auf die Künstler aufmerksam, die bei euch ausstellen? Gibt es viele Bewerbungen?

Nina Bienefeld: Bewerbungen gibt es schon und manchmal schaffe ich es auch, Zeit dafür zu finden. Jedoch wähle ich die Künstler in der Regel selbst aus, zu 90 Prozent über das Internet.

Globe-M: Was bedeutet dir „Nina sagt“ persönlich?

Nina Bienefeld:
Ich freue mich ein so gut angesehenes Forum für Künstler geschaffen zu haben. Die Galerie fügt sich gut ein in das künstlerische Umfeld der Stadt.

Globe-M: Wie siehst du „Nina sagt“ in der, durch die Akademie dominierten Kunstszene Düsseldorfs positioniert?

Nina Bienefeld: Seit ich vor fünf Jahren angefangen habe, ist es besser geworden. Gerade die Studenten haben schon mal die Nase gerümpft. Freie Kunst ist für viele die einzige Kunst. Dabei ist Street-Art, Illustration und Grafik-Design, wie bei „Nina sagt“ zu sehen, als angewandte Kunst ebenso wertvoll.

Globe-M:
Wer ist aktuell dein Lieblingskünstler aus Düsseldorf?

Nina Bienefeld: Puh, das will ich so konkret nicht beantworten. Neben den etablierten Künstlern mit Düsseldorfer Herkunft
beobachte ich durch meinen Beruf auch sehr beeindruckt den Düsseldorfer Nachwuchs, der nicht nur von der Akademie kommt. Auch der Fachbereich Design der Fachhochschule schmiedet Talente.

Globe-M: Bitte gib abschließend eine kleine Vorschau. Welche Künstler stehen für 2011 auf dem Programm?

Nina Bienefeld:
Die erste Jahreshälfte startet mit Christian Hundertmark aus München, er ist Künstler und unter anderem auch Autor der Buchreihe „The Art of Rebellion“. Dann geht's weiter mit Philip Emde aus Köln, Vanessa Leissring aus Dortmund und Jan Garet/ KRSN aus Paris.

Weiterführende Informationen: Offizielle Homepage von „Nina sagt“