Rock statt Pop – Roman Fischer live

globe-M am 05.10.2010
Roman Fischer
Roman Fischer
Roman Fischer
Roman Fischer

Auf seinem aktuellen Album wirkt Roman Fischer wie eine Mischung aus Rufus Wainwright und A-ha. Bei seiner Live-Show im Düsseldorfer Zakk begeisterte er jedoch als formidabeler Rocker.

Jeden ersten Samstag im Monat findet im Zakk die größte Rockparty Düsseldorfs statt. Neben Musik aus der Konserve findet im hinteren Teil des Clubs das so genannte „Mitternachtskonzert“ statt. Die Mischung aus Disco und Live-Musik kommt gut an, so dass die Bands meistens vor einem tanzwilligen und aufgeschlossenen Publikum spielen können. Und so fällt es auch nicht weiter negativ auf, dass viele Besucher nur zur Stippvisite vorbeischauen.

Pathos-Pop und Stadion-Rock

Roman Fischer hat damit offensichtlich auch keine Probleme. Der schmächtige Augsburger steht hinter seinem Keyboard und gibt den wilden Rocker. Mit seiner Begleitband spielt er hauptsächlich Songs aus seinem selbstbetitelten Album, das seit wenigen Monaten in den Läden steht.

Bei „Into Your Head“ und „Lightscapes“ wird deutlich, welch großes Potential in dem Musiker steckt. Die Arrangements der Songs und die Gesten des Frontmanns wissen zu gefallen. Egal ob The Killers oder Placebo, vom Pathos her spielt Fischer bereits in der Riege der ganz Großen. Bei „Not For Everyone“ tauscht er dann das Keyboard gegen eine E-Gitarre aus, was dem auf CD recht seichten Song eine wesentlich rockigere Note verpasst.

Autogramme für die Fans

Leider scheitern einige Songs am eher mittelmäßigen Sound, so dass gerade die etwas ruhigeren Stücke an Aussagekraft verlieren. In einigen Tagen wird zumindest der Sound eine ganze Spur besser werden. Vom 18. Bis 22. Oktober 2010 geht Roman Fischer im Vorprogramm der britischen Synthie-Pop-Band Hurts auf Tour. Man darf gespannt sein, wie sich Fischer mitsamt seiner Band vor großem und erwartungsfrohem Publikum schlagen wird. Denn zu viel Pathos kann dann schnell als Arroganz ausgelegt werden. 

Nach seinem Konzert im Düsseldorfer Zakk gibt sich Roman Fischer hingegen alles andere als arrogant und abweisend. In aller Ruhe signieren die Musiker fast eine Stunde lang jede einzelne verkaufte CD, geben Autogramme und lassen sich mit den Fans fotografieren.

Fotos: Michael Mann / Universal Records