Architekt Stephan Braunfels hat wieder einmal Ärger mit München. Seine Pinakothek der Moderne wurde gestern kurzerhand geschlossen, nachdem in der Eingangshalle, der sogenannten Rotunde, ein 17 Meter langer Mauerriss festgestellt wurde.
Zwei Ausstellungen der Neuen Sammlung wurden bereits abgesagt, die Teilnahme an der Langen Nacht der Museen am kommenden Samstag ebenfalls. Als ungeliebte Installationskunst wird ein Baugerüst zur Begutachtung der Schäden erstellt.
Ein Mann, ein Fels.
Braunfels bleibt gelassen, obwohl der Image-Schaden für ihn enorm ist. Immerhin bekam er den Deutschen Architekturpreis 2003 sowie die Medaille München leuchtet in Gold und den AZ Stern des Jahres für die Pinakothek der Moderne.
Doch bereits während der Bauphase gab es Probleme mit den Auftraggebern. Die Bauaufsicht wurde an das Landbauamt und die Oberste Baubehörde übergeben, und Braunfels konnte bereits im Eröffnungsjahr eine Liste mit 200 Mängeln vorlegen. Sparmaßnahmen seien der Grund für die schlechte Bauqualität gewesen.
Peinliche Pinakotheken
Mit der Pinakothek der Moderne trifft es nun schon den zweiten Bau des Museumsareals in der Substanz. Auch die Neue Pinakothek von von Branca muss nach nur 30 Jahren für 60 Millionen Euro generalsaniert werden.
Nur die von Hans Döllgast geflickte Alte Pinakothek steht im 175. Geburtstagsjahr solide da. Die Rettung des Klenze-Baus in den 1950er Jahren hatte gerade mal eine Million D-Mark gekostet.
Tröstlich, dass man bei den Museumsbauten immerhin noch in Millionenbeträgen rechnen darf, bei maroden Bankhäusern hat man sich schon an Milliarden-Beträge gewöhnt.