Allround-Talent Rocko Schamoni stellt in Düsseldorf sein aktuelles Buch „Tag der geschlossenen Tür“ vor. Auf seiner „alljährlichen Schicht“ zeigt sich der Hamburger gewohnt ausgelassen und souverän.
Dabei hat Schamoni gar keinen Grund zur Freude. Eine „Bierallergie“ lässt ihn die Bühne mit Tee und Wärmflasche betreten. So schlimm kann es aber nicht um den Autor und Musiker bestellt sein. Die Zigaretten schmecken ihm auch weiterhin und im Laufe des Abends freut sich der offensichtlich gut aufgelegte Künstler immer wieder über sich selbst und seine Texte.
Ungewöhnliche Lesung
Bereits die lange Schlange am Eingang des Düsseldorfer Zakks lies zuvor erkennen, dass eine Rocko Schamoni-Lesung etwas ganz Besonderes sein muss. Und auch der Pressebereich war lange vor Beginn des Abends im Vergleich zu den Auftritten von Volker Pispers oder Frank Goosen rappelvoll. Natürlich ist der Abend schon seit Tagen ausverkauft und so müssen einige spontan angereiste Besucher an der Abendkasse unglücklich umkehren und wieder nach Hause gehen.
Die Lesung selbst braucht einige Minuten, um in Fahrt zu kommen. Der erste Text über die Handy-Verkäuferin Marion Vossreuter kann außer dem ungewöhnlichen Namen der Protagonistin noch nicht so richtig zünden. Aber spätestens in dem Moment, in dem Schamoni von nervenden Kinder erzählt, die er mit Wasserbomben aus seiner Wohnung im zweiten Stock bewirft, nimmt der Abend Fahrt auf.
Ein neuer Job – immerhin
Nach einer halben Stunde öffnet der Autor dann doch sein erstes Bier – ein Kölsch. Das kommt bei Teilen des Publikums natürlich nur bedingt gut an. Aber heute ist kein Tag für übersteigertes Lokalkolorit. Und spätestens bei der darauf folgenden Geschichte über die Idee eines Freundes, der einen Pizza-Bestellservice eröffnen möchte, hat Schamoni sein Publikum im Griff. Natürlich möchte der Freund nicht selbst kochen, sondern bei der Konkurrenz bestellen und deren Essen etwas teurer weiter verkaufen – was für eine Geschäftsidee.
Und so geht es noch eine Weile weiter. Das Publikum ist begeistert, der Autor selbst sichtlich zufrieden und auch die etwas schwächeren Passagen von „Tag der geschlossenen Tür“ können die Kaufempfehlung für dieses Buch nicht schmälern. Gelungener Abend!
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