Zeugnisse der Geschichte und Manifestationen eines pulsierenden Lebens sind in der deutschen Hauptstadt zahlreich präsent und hinreichend beschrieben. Aber wissen Sie auch, dass es in Berlin Orte gibt, wo man sich in andere Welten teleportieren kann?
Zum Beispiel an die Ostsee
Eine kurze Fahrt mit der S-Bahn: Schon eine halbe Stunde später ist man am weißen Sandstrand, der sich zwischen den hohen Kiefern und dem Großen Wannsee erstreckt. Umrandet von denkmalgeschützten modernistischen Pavillons ist das Strandbad Wannsee schon seit über 100 Jahren das beliebteste Ausflugziel der Berliner. Der kilometerlange Strand besteht übrigens aus dem Ostseesand, der seinerzeit mit Güterwaggons aus Travemünde beschafft wurde. (Strandbad Wannsee, S-Bahn Nikolassee: S1, S5, S7)
Provinz mit Tradition
Im historischen Kern des Berliner Bezirks Spandau sieht es genau so aus, wie in einer jeden mittleren Stadt irgendwo zwischen Braunschweig und Aachen. Hier gibt es ein paar alte Kirchen und gediegene Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert, einen repräsentativen Steinbau aus der Zeit der Gotik und eine reich verzierte Apotheke aus der Barockzeit, einen überaus malerischen Marktplatz und eine beeindruckende Renaissance-Festung auf dem Weg dorthin. Auch die obligatorische Fußgängerzone mit zwei Kaufhäusern fehlt genau so wenig wie das überragende Rathaus. Alles ist sehr adrett und eine Quintessenz einer sich selbst genügenden Gemeinde. (Altstadt Spandau, U-Bahn Rathaus Spandau und Zitadelle Spandau, U7)
Fenster nach Paris
Wenn man in der frühen Abenddämmerung beim Überqueren der Mommsenstraße für eine Sekunde stehen bleibt und von der Mitte der Straße Richtung Westen schaut, landet man in Paris. In der Ferne leuchtet der geflochtene Funkturm, in den umliegenden Restaurants, Antiquitätenläden und Boutiquen wogt das Leben, bei dem man länger verweilen möchte. (Ecke Mommsenstraße/ Bleibtreustraße, S-Bahn Savignyplatz, S5, S46, S3, S7 oder Bus M19, M29, 110 bis Haltestelle Bleibtreustraße)
Bauernhof mit U-Bahn-Anschluss
Direkt an der Freien Universität und inmitten eines noblen Villenviertels erlebt man ganz unverhofft echte Landluft, grunzende Schweine und erntefrisches Gemüse. In der Domäne Dahlem, dem einstigen Rittergut, werden Landwirtschaft, Gartenbau und Tierhaltung ökologisch betrieben; Selbsterzeugtes kann man im Hofladen kaufen oder gleich verspeisen. Es ist der einzige Bauernhof in Deutschland, der einen U-Bahn-Eingang direkt vor der Tür hat. (Domäne Dahlem, U-Bahn Dahlem-Dorf, U3)
The hottest spot north of Havana
Am Ende eines heißen Sommertages kehrt man in eine Bar ein und findet sich an der Copacabana wieder. Auf dem goldenen Sand des Clubs „Oststrand“, der dicht an der Spree in eine urbane Umgebung eingebettet ist, trinken, lachen und tanzen hübsche Menschen. Mit 10 000 Quadratmeter Sand ist das die größte Strandbar Berlins; hier darf man nicht nur coole Drinks zu sich nehmen, sondern auch Völkerball spielen. (Oststrand, U-Bahn Warschauer Straße, U2)
Orient-Express
Ein Schritt aus der U-Bahn-Station „Kottbusser Tor“ beamt einen im gleichen Augenblick nach Istanbul. Man hört hier fast ausschließlich Türkisch: sittsam gekleidete Frauen mit Einkaufstüten, ehrbare Familienväter mit Gebetsketten, hübsche Mädchen mit lockigen Prachtmähnen und vorlaute Jungs mit Goldketten um den Hals gehen ganz selbstverständlich ihren Geschäften nach oder hängen einfach herum. (Adalbertstraße, U-Bahn Kottbusser Tor, U2)
In einem Restaurant kann man hier ein gut gewürztes anatolisches Essen probieren und sich endgültig davon überzeugen, dass Geographie mitunter ziemlich relativ sein kann. Vor allem in Berlin.