Zero-Waste: Nachhaltige Mode

Barbara Russ am 30.10.2011
Yield Ausstellung in Brooklyn
Yield Ausstellung in Brooklyn
Timo Rissanen - Zero Waste Garment
Timo Rissanen - Zero Waste Garment
Schnittmuster Timo Rissanen - Zero Waste Garment
Schnittmuster Timo Rissanen - Zero Waste Garment

Fair Trade, Green Fashion und nun Zero Waste Garments: Die Bemühungen der Modebranche, mehr Nachhaltigkeit, oder Sustainability, in ihren Prozessen zu erreichen, sind nicht nur löblich, sondern auch äußerst einfallsreich. Zero Waste versucht sowohl mit Materialien, als auch mit Arbeitsprozessen effizienter umzugehen und so Ressourcen zu schonen. In Brooklyn widmet das Textile Arts Center nun den Vorreitern der neuen Bewegung eine Ausstellung: "Yield - Making Fashion without Making Waste".

Timo Rissanen: "Fashion Creation Without Fabric Waste Creation"

Timo Rissanen beschäftigte sich in seinem PhD Projekt "Fashion Creation Without Fabric Waste Creation", das er 2008 in Sydney vorstellte, mit Männermode, die bei der Herstellung keine Stoffreste erzeugte. Er perfektionierte die Schnitte seiner Kleidungsstücke in mühevoller und handwerklich hervorragender Kleinstarbeit. Als Assistant Professor für Sustainability am renommierten Parsons Institut gibt er sein Wissen an die nächste Generation von Modedesignern weiter. 

David Telfer:"The fairest trade is your own"

David Telfer kombiniert gleich zwei Methoden, um den Entstehungsprozess eines Kleidungsstücks effizienter und umweltschonender zu gestalten. Im ersten Schritt kreiert er ein Zero-Waste Schnittmuster, auf einem Rechteck basierend, und nutzt dieses komplett und ohne Überbleibsel aus. Im zweiten Schritt geht er noch ein Stückchen weiter: Durch die radikale Umverlegung und Vermeidung von unnötigen Nähten innerhalb eines Kleidungsstückes können der Arbeitsaufwand und die Energiekosten reduziert sowie die Fertigungsgeschwindigkeit erhöht werden. Dies ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch ein Gewinn für alle Beteiligten. "The fairest trade is your own" , ist Telfers Meinung. Deshalb hat er sich ein "Do-it-yourself Garment Kit" ausgedacht, das Schnittmuster, Nadel und Faden und detailliierte Anweisungen beinhaltet, um ein eigenes Kleidungsstück zusammenzunähen.

Julian Roberts: "Subtraction Cutting"

Julian Roberts hat eine Zuschneidetechnik erfunden, die er "Subtraction Cutting" nennt. Dabei arbeitet er nicht mit Schnittmustern, sondern mit den negativen Ausschnitten aus dem Stoff - den Öffnungen für Kopf, Arme und Beine. Durch das Drapieren des Stoffes an der Büste entstehen diese hochkomplizierten und gleichzeitig vereinfachten Schnittmuster, deren Kreation Roberts auch vor Publikum vorführt. Seine Entwürfe können auf vielfach verschiedene Weise getragen werden und sind so, wenn auch nicht 100 Prozent abfallfrei, nachhaltige Kreationen, die mehrere Tragemöglichkeiten bieten.

Weitere Informationen

Die Ausstellung in Brooklyn's Textile Art Center läuft noch bis 2. Dezember.

505 Carroll Street

Brooklyn (park Slope), NY, 11215

Mo-Do: 10-21 Uhr
Sa & So: 11-17 Uhr

 
 

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