Mehr als 150 Zeichnungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert beleuchten die Entstehung des Hochbarocks in Rom: Die Pinakothek der Moderne zeigt Arbeiten von Bernini, Cortona und Lorrain.
Rom im 16. Jahrhundert
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zog Rom wie ein Magnet Zeichner und Maler aus allen Teilen Italiens an und entwickelte sich zum führenden Kunstzentrum. Abenteuerlustige Kollegen aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Spanien gesellten sich dazu – angelockt von einem zahlungskräftigen und gebildeten Kunstpublikum, das eine Fülle von Aufträgen versprach. "Rom zieht alle in seinen Bann, die Begabung für die große Kunst haben", stellte der Rom-Reisende Philippe-Emmanuel Marquis de Coulanges Mitte des 17. Jahrhunderts fest.
Wie alles begann …
Während sich zu dieser Zeit die protestantischen Reformatoren in theologischen Streitigkeiten aufrieben, stellte das Konzil von Trient die katholische Kirche auf eine neue Grundlage. Zu den Festlegungen des Konzils gehörte unter anderem, Heilige und ihre Reliquien zu verehren, ebenso wie Bilder von Christus und seiner Mutter Maria. Der Kunst wurde eine herausragende Rolle bei der Vermittlung des Glaubens zugesprochen und Rom wurde von einer wahren Aufbruchstimmung erfasst. Es war die Geburtsstunde der Kunst des Barock.
Grafische Sammlung
Besucher können in der Ausstellung rund 150 Zeichnungen aus den Beständen der Staatlichen Graphischen Sammlung München sehen. Eine Mischung aus noch nie gesehenen Werken und bekannten Gemälden. Eröffnet wird die Ausstellung mit Blättern von Taddeo und Federico Zuccari, die beiden Brüder gaben sich den Formen der Hochrenaissance hin. Der Künstler Girolamo Muziano zeigt in seinen Werken den aufkeimenden Katholizismus in Italien. Viele weitere Werke italienischer Künstler, wie beispielsweise Adam Elsheimer, Nicolas Poussin oder Jusepe Ribera sind zu sehen. Eine andere Seite der Kunst des römischen Barock zeigen die Zeichnungen des Niederländers Paul Bril und des Franzosen Claude Lorrain. Und den Abschluss bilden Blätter des vielseitigen Zeichners Carlo Maratta.
Medium der Zeichnung
Die Zeichnung dient zum Entwurf von Gemälden oder von Reproduktionsgraphik, zu allgemeinen Studienzwecken oder wird zum begehrten Sammelobjekt. Aber alle Künstler waren sich darüber einig, dass die Zeichnung das unmittelbarste Medium ist, sich schöpferisch auszudrücken. Unverhüllt zeigt sich die durch den Heiligen Geist gefügte Inspiration. Die Meisterschaft offenbart sich durch wenige Striche entweder in ihrer ganzen Größe oder aber die Zeichnung enthüllt lediglich Mittelmaß.
Weitere Informationen
Zeichner in Rom 02.02. - 13.05.2012
Pinakothek der Moderne Barer Straße 40 80333 München
Tel.: 089 23805-360 E-Mail: info@pinakothek.de
Foto: Staatliche Graphische Sammlung München