Wie der Name bereits ankündigt, verstehen sich die Macher hinter FashionIndie als unabhängige Stimme in der Modewelt. Der Blog, der es versteht, Mode, Kunst und Lifestyle mit einem kritischen, aber begeisterten Augenzwinkern zu kommentieren, ist einer der großen Online-Journale in Amerika.
globe-M traf sich mit Samantha Lim, um herauszufinden wie es hinter den Kulissen zugeht, und wie die Bloggerszene in New york City von innen aussieht.
globe-M: Seit wann gibt es FashionIndie und wie kamst Du hinzu?
Samantha Lim: FashionIndie ist seit 2006 einer der Top-Blogs. Ich habe ihn im letzten Jahr als Chefredakteurin übernommen und zu einem Online Mode und Lifestyle Magazin ausgebaut. Seitdem haben wir den Blog neu designt, das Logo aufgefrischt und unsere Themenauswahl von rein modisch auf Popkultur, Männermode, Fotografie, Musik und Kunst ausgeweitet. Es war ein absolut unglaubliches Jahr des Wachstums für uns, und wir haben noch vieles vor.
globe-M: Warum hast Du Dich für diesen Fokus entschieden?
Samantha Lim: Wenn es um die Modebranche geht, kann ich nicht genug bekommen. Die Kreativität da draußen ist für mich immer wieder umwerfend. Alte Designer, neue Designer, Stylisten, Fotografen, das Markenbusiness, kulturelle Einflüsse, der Trickle-Down Effekt der Mode, vom Laufsteg bis auf die Straßen – ich finde das alles wahnsinnig faszinierend. Die Website in ein Magazin umzustrukturieren, mit Kolumnen, Features und einem Blogbereich, erlaubt uns die größtmögliche Auswahl an Themen auf eine gut organisierte Art zu behandeln. Um Einblick in unsere Arbeitsweise und Inspirationen zu bekommen, können unsere Leser außerdem unseren Tumblr, InsideINdie besuchen.
globe-M: Also siehst Du Dich selbst gar nicht als Bloggerin?
Samantha Lim: Unsere Website hat natürlich einige blogartige Tendenzen, weil sie mal ein Blog war. Aber nein, wir sind ein Team von Online Redakteuren, die nach einem redaktionellen Kalender arbeiten. Wir haben zwar unsere ehrliche Meinung und Stimme, wie sie ein Blogger hat, aber wir haben die Struktur eines Magazins. Diese vermeintlichen Gegensätze machen FashionIndie zu dem, was es ist.
globe-M: Wie siehst Du Die New Yorker Blogger Szene?
Samantha Lim: Die Szene ist riesig! New York hat wahrscheinlich die höchste Dichte an Bloggern in der Welt, weil die Satdt das Zentrum der Amerikanischen Modeindustrie ist. Ich denke, Blogger hatten 2009 ihren wirklichen Durchbruch. Sie saßen auf Modenschauen auf einmal in der ersten Reihe, starteten Designerkollaborationen, und ihr Einfluss war merklich spürbar. Seitdem haben die Blogs sich natürlich weiterentwickelt. Es gibt Leute, die nur über Mode twittern, es gibt Tumblrs, die sich ausschließlich mit Mode beschäftigen, und natürlich Street Style Blogs – und jeder kann sich aussuchen, was ihm gefällt. Blogger liefern ihren Lesern eine Art Orientierung und kreative Inspiration, weswegen ich glaube, dass es Sinn macht, so viele verschiedene Blogs und Blogformen zu haben.
globe-M: Was sind Deine persönlichen Lieblingsblogs?
Samantha Lim: Ohje, Das ist die Frage des Jahres. Ich habe ungefähr tausend Websites in meinem Google Reader, die ich ständig überfliege. Ich liebe the Coveteur und Nowness, und wie sie ihren Lesern Zutritt zur Modewelt verschaffen, der ihnen normalerweise verwehrt würde. Ich lese auch John Jannuzzis Textbook, das ist verteufelt smart und sein Auge fürs Editieren ist eine eigene Liga. Ich liebe Männermodeblogs und neuerdings bin ich süchtig nach Pinterest zum Sammeln von Inspiration: eine endlose Kollektion von visuellen Eindrücken und auch ein interessanter, neuer Einblick in die Köpfe anderer Menschen und deren Geschmack.
globe-M: Was ist Dir wichtiger an einem Blog: Bilder oder Text?
Samantha Lim: Ich finde, es gibt einen Ort und eine Zeit für beides und beide bedienen verschiedene Ansprüche. Visuelle Reize sind ein Tor zur Entdeckung. Sie ziehen einen Leser hinein und drücken in Sekundenschnelle aus, um was es geht - und sie tun es auf eine andere Weise als Wörter es können. Auf der anderen Seite ist das geschriebene Wort das, was die Identität eines Blogs oder Magazins ausmacht. Wörter können zusätzlich erzählen, was ein Bild nicht oder nicht sofort ausdrückt.
globe-M: Was macht FashionIndie einzigartig?
Samantha Lim: Wir haben eine ganz einfache Formel: Mode liegt uns im Blut. Wir wollen unser Publikum inspirieren und ihnen das Gefühl geben, verbunden zu sein. Wir machen das durch Humor, Ehrlichkeit und eine un-digitale Attitüde. Mode beeinflusst jeden auf diesem Planeten, ob die Menschen es sich eingestehen wollen oder nicht. Über Shopping und Klamotten kaufen, und über all die Vergänglichkeit der Mode hinaus, bedeutet Mode so vieles mehr. Für manche ist es ihr Job, für andere geht es um Selbstbewusstsein oder Kreativität oder Identität. Für alle anderen ist es ein Mittel, um warm zu bleiben oder die Haut zu schützen. Mode ist ein Teil unseres Lebensstils. Unsere Hoffnung bei FashionIndie ist es, Mode in einer verständlichen Art und Weise zu präsentieren, die jeder Leser zu schätzen weiß. Außerdem macht es Spaß, sich jeden Tag durch Mode neu zu erfinden.
Globe-M: Vielen Dank!