Wohnungsbesichtigung - nach einer Konzeption von Matthias Weinzierl verwandelt sich die Galerie der Färberei in ein typisch deutsches Zuhause. In unterschiedlichen Räumen machen sich Künstler auf die Suche nach dem Nazi da draußen und dem Nazi in uns. Die Ausstellung „Pastinaken raus!“ ist Teil der Kampagne „Laut gegen Brauntöne“ der Stadt München.
Das Problem mit den Pastinaken
Die Ausstellung „Pastinaken raus“ ist ein Projekt des Jugendkulturhauses Die Färberei München in Kooperation mit verschiedenen Künstlernetzwerken. Parallel dazu gibt es eine Reportage von Anna-Louise Bath, Catherina Konrad und Lea Becker über das zunehmende Problem mit den Pastinaken in München - vornehmlich am und um den Marienplatz herum. Der Film versucht, den Ursachen und Hintergründen des Problems auf die Schliche zu kommen. Begleitet wird die Ausstellung durch Projekte von Künstlern der Färberei und Aktionen im öffentlichen Raum.
Vielfältiges Rahmenprogramm
Neben der Ausstellung werden Filme, Lesungen und Mal- und Theaterworkshops für Kinder und Jugendliche organisiert. Einer der Höhepunkt wird dabei ein Weißwurstfrühstück auf Vietnamesisch sein – stilecht in deutschem Ambiente – mit Musik von Tobias Ruhland am Hackbrett und Julia Dobler am Miniklavier. Ein Expertengespräch mit Dr. Miriam Heigl von der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus und Klaus Joelsen vom Stadtjugendamt München klärt über die Lage des Rechtsextremismus in München auf. Zudem stellt die Künstlerin und Musikerin Michaela Melián ihr Audio-Kunstwerk „Memory Loops.net – 300 Tonspuren zu Orten des NS-Terrors in München 1933-1945“ vor. Sie ist Preisträgerin des Kunstwettbewerbs der Landeshauptstadt München 2010 “Opfer des Nationalsozialismus – Neue Formen des Erinnern und Gedenkens”.
Hier wird nichts zu bunt - Die Färberei
Zwar war das Haus früher eine waschechte Färberei, heute werden aber keine Jacken und Hosen mehr gefärbt, sondern Leinwände, Mauern und Brückenpfeiler. Die Färberei ist ein Jugendkultur-Haus des Kreisjugendring München-Stadt. 1985 entstand im Zeugnerhof eine Anlaufstelle für Sprühdosen-Künstler, das erste Projekt in München, das die Graffiti-Szene aus der Schmierer-Ecke holte und ihre Kunst förderte. Die Anlaufstelle entwickelte sich zu einem international bedeutsamen Szene-Knotenpunkt. Als der Platz zu klein wurde, zog das Graffiti-Projekt in die Färberei. In hauseigenen Workshops können jüngere Künstler ihr Handwerk perfektionieren, in der Werkstatt arbeiten und in der Galerie ausstellen. Ferner werden Fotografen, Filmemacher, Maler und Musiker gefördert.
Laut gegen Brauntöne
2010 wurden Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlicht, nach denen erschreckende 30 Prozent der Deutschen denken, „Ausländer kämen, um den Sozialstaat auszunutzen“ und „Deutschland werde durch die vielen Ausländer überfremdet“. Hier will die Kampagne der Stadt München „Laut gegen Brauntöne“ ansetzen. Sie wendet sich nicht nur gegen rechtsextreme Schläger, sondern gegen die vielen Formen von rassistischem Gedankengut. Als großes gemeinschaftliches Event ist ein Konzert in der Muffathalle geplant, bei dem etliche Münchner Bands, unter anderem die Reggae-Band Bluekilla, ihre Stimme gegen Braun erheben.
Weitere Informationen
Ausstellung „Pastinaken raus“
28. Oktober bis 13. November
Die Färberei Claude-Lorrain-Straße 25
81543 München
Tel.: 089 62269274 E-Mail: diefaerberei@kjr-m.de