Die Internationalen Stummfilmtage im Filmmuseum München zeigen traditionell eine Filmauswahl von Klassikern und Entdeckungen der Stummfilmzeit - diesmal ergänzt durch eine große Marlene-Dietrich-Retrospektive.
Raritäten des Stummfilms
Wie in den Vorjahren beginnt das Herbstprogramm des Münchner Filmmuseums mit den Internationalen Stummfilmtagen. Insgesamt werden 13 Filme zu Livemusik gezeigt. Begleitet werden die Filme von Flügel und Violine - zum Teil mit neu komponierten Musikstücken. Auf dem Festival präsentiert das Filmmuseum eine Auswahl des Bonner Sommerkinos, des größten Stummfilmfestivals in Deutschland, das alljährlich stattfindet und seine wertvollen Kopien zur Verfügung stellt.
Japan-Schwerpunkt
Da beim Bonner Sommerkino der Schwerpunkt auf Japan lag, werden in München zwei japanische Werke aus der späten Stummfilmzeit Anfang der 30er Jahre präsentiert: "Japanische Mädchen im Hafen" (1933) von Hiroshi Shimizu, der in der weltoffenen Hafenstadt Yokohama spielt und im Westen nahezu unbekannt ist und „Dynamitbraut“ von 1932 unter der Regie von Japan Keisuke Sasaki, der allerdings nie aufgeführt wurde und erst Erfolg hatte, als er 1935 von Torajiro Saito in eine Slapstickkomödie umgeformt wurde.
Auszug aus dem Programm
Eröffnet werden die Stummfilmtage mit der deutsch-ungarischen Koproduktion "Achtung! Kriminalpolizei" (1929) von Paul Sugar, einem visuell eindrucksvoll erzählten Melodram, das einen Gerichtsprozess gegen eine Gefängnisärztin schildert, die einer Gefangenen zur Flucht verholfen hat. Dann folgen "The Circle" (1925) von Frank Borzage, der avantgardistische Kurzfilm "The Love of Zero" (1928), der gemeinsam mit "Les ombres qui passent" (1924) gezeigt wird. In "Orchids and Ermine" (1927) verdreht Colleen Moore als Telefonfräulein im New York der 1920er Jahre einem jungen Mann den Kopf. Den Abschluss bildet eine echte Entdeckung: "Wara Wara" (1930), ein in jahrelanger Arbeit restaurierter bolivianischer Stummfilm, der eine Geschichte aus dem 16. Jahrhundert erzählt.
Marlene Dietrich Retrospektive
In diesem Jahr verzahnen sich die Stummfilmtage mit der großen Marlene Dietrich-Retrospektive, die ihren 110. Geburtstag gefeiert hätte und deren stummen Filme ebenfalls mit Live-Musikbegleitung präsentiert werden. 1929 entdeckte Josef von Sternberg Marlene Dietrich in Berlin und inszenierte sie in ihrem ersten gemeinsamen Film „Der blaue Engel“. Sie folgte ihrem Entdecker nach Hollywood und wurde zum Weltstar. Nach der Trennung im Jahr 1935 war Sternbergs Filmkarriere nahezu beendet. Doch Marlene erfand sich mit „Destry rides again“ 1939 neu. Sie wurde Amerikanerin, unterstützte im zweiten Weltkrieg die amerikanischen Soldaten und kämpfte auf ihre Art gegen die Nazis. Anfang der 1950er Jahre begann sie eine neue Karriere als Sängerin und Show-Star. Ein Sturz in den Orchestergraben beendete 1975 ihre Bühnenkarriere. Am 6. Mai 1991 starb Marlene Dietrich in Paris.
Weitere Informationen
Internationale Stummfilmtage
Donnerstag 01.09. - Mittwoch 07.09.2011
Filmmuseum St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel.: 089-233 22348
E-Mail: filmmuseum@muenchen.de