Tierische Ästhetik

Bei dieser Ausstellung ist alles einzigartig: Die Neue Pinakothek, die das einzige Gemälde des britischen Tiermalers George Stubbs in Deutschland besitzt, zeigt die erste Ausstellung zu diesem Künstler auf dem europäischen Kontinent.

Pferde, Hunde und exotische Tiere

Porträts von Rassepferden und ihren Reitern, von Hunden und Jagdszenen - wie kaum ein anderer Künstler ging George Stubbs den Phänomenen der Natur auf den Grund. In der europäischen Malerei gilt er als ein Meister des Tierbildes. Die einmalige Ausstellung vereint mehr als dreißig Gemälde, außerdem Zeichnungen und seltene Originalradierungen. Solche Werke sind selbst in Großbritannien kaum jemals öffentlich zu sehen, da viele von Stubbs Gemälde in privaten Sammlungen verborgen sind - in Schlössern und Landhäusern des Adels, dessen Vorfahren die Bilder in Auftrag gaben, wie Lord Rockingham oder der Duke of Rutland. Zu den Leihgebern zählen außerdem die bedeutendsten Sammlungen und Museen des Vereinigten Königreichs.

Sporting Art

Der englische Tiermaler George Stubbs ist der bedeutendste Vertreter der Kunstrichtung "sporting art". Vor allem im England des 18. Jahrhunderts entwickelte sie ihren Höhepunkt, als sich die Oberschicht zunehmend für Pferdezucht, Rennsport und Jagd begeisterte: Sport, Geschwindigkeit und Eleganz als Ausdruck einer selbstbewussten, modernen Gesellschaft. In seinen Gemälden konnte Stubbs die berühmtesten Pferde seiner Zeit porträtieren.

Zwischen Wissenschaft und Kunst

Stubbs Porträts beruhen auf genauester wirklichkeitsnaher Beobachtung von Tieren. Damit vestand er es, wie kaum ein anderer Künstler, empirische Forschung und Ästhetik zu einer neuen Synthese zu führen. Mit seinem Stichwerk "The Anatomy of the Horse" schuf er beispielsweise eine beeindruckende Sammlung von Pferdeproträts. George Stubbs war außerdem ein herausragender Graphiker, der mit den Techniken der Radierung experimentierte und ein kleines Œuvre vornehmlich von Darstellungen exotischer Tiere schuf.

Bedeutender Maler des 18. Jahrhunderts

Im angelsächsischen Raum gilt George Stubbs neben William Hogarth und Thomas Gainsborough als einer der größten Künstler seiner Epoche. Am Anfang seiner Karriere stand der Rückzug nach Horkstow in Lincolnshire, wo Stubbs in einem abgelegenen Gehöft tote Pferdekörper sezierte und zeichnete. Seine Studien veröffentlichte er in dem Stichwerk "The Anatomy of the Horse". Nach der Übersiedlung nach London stieg Stubbs in den 1760er Jahren rasch zum führenden Tiermaler auf. Auftraggeber fand er vor allem in einem Kreis von wohlhabenden jungen Adligen und bei Naturforschern, die seine Gemälde als lebensnahe Darstellungen seltener exotischer Tiere schätzten. Nach seinem Tod geriet Stubbs bald in Vergessenheit und erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts setzte seine Wiederentdeckung durch Sammler wie Paul Mellon ein.

Weitere Informationen

George Stubbs

26.01.2012 - 06.05.2012

Neue Pinakothek

Barer Straße 29

80799 München

Tel.: 0 89 / 2 38 05-195

E-Mail: info@pinakothek.de

Foto: George Stubbs, Stuten und Fohlen, 1762, Privatbesitz © The Trustees of the Rt. Hon. Olive, Countess Fitzwilliam’s Chattels Settlement

 
 

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