Torschusspanik – ironisch gewitzt

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„Nicht nur Wettkämpfe, auch Schwangerschaften wollen ausgetragen werden“. Der amtliche Frauenflüsterer Martin Herrmann hat sein bewährtes satirisches Salonkabarett diesmal auf die bevorstehende WM und den Leistungsgedanken ausgerichtet. Auch Männer haben ihre Regel – die Abseitsregel.

Gürtellinienrichter des guten Geschmacks

Herrmann zeigt, wo es langgeht. Lag die Zunahme von Schwangerschaften bei unserer eigenen Fußball-WM am Titel: „Zu Gast unter Freunden“? Oder werden Frauen williger, wenn sie sehen: Auch Männer schminken sich?
Platte Witze über das Nichtverstehen zwischen Männern und Frauen? Mitnichten. Herrmann ist ganz anders gestrickt: Er ist böse, bitterböse, aber das stets mit Augenzwinkern und vor allem mit viel Witz. Auf die Gäste im Saal wartete eine durch und durch männliche Sicht auf die Dinge. Die kann bisweilen skurril und herrlich komisch werden, denn Martin Herrmann versteht es, auf dem dünnen Seil zwischen albernem Klamauk und tiefsinniger Wortakrobatik zu balancieren.

Charmanter Frauenflüsterer

Herrmann weiß, was Frauen brauchen: ihn, den Womenizer. Er ist ein Meister von Häme und Ironie. Frauen lachen spitzer, wenn Herrmann singt. Frauen lachen gemeiner, wenn Herrmann spricht. Seine freche Zunge tropft vor Sarkasmus, seine Lieder dagegen sind kleine poetische Meisterwerke, aber nicht minder originell. Die Bewertung seiner Arbeit gemessen am Applaus des Publikums: Eins plus mit Sternchen. Selten war Humor so geistreich.

Ohne Fleiß keinen Preis

Martin Herrmanns Weg ist nicht unbedingt vorgezeichnet. Nach der Schule beginnt er zuerst einmal ein Sportstudium und absolviert auch noch das zweite Staatsexamen. So kann er als fertiger Assessor des Lehramts für Sport und Biologie das bürgerliche Über-Ich abhaken, um sich ab Herbst 1996 den wichtigen Dingen des Lebens zu widmen: Ragtime-Fingerpicking und lustige Lieder. Zunächst stark auf den klassischen witzigen Song konzentriert, arbeitet sich Herrmann bei seinen Auftritten immer mehr zum standup-Wortmann hin, bis er bei seiner heutigen Mischform angelangt ist. Diese Form wechselt zwischen gereimten und vertonten Texten und satirischem Kabarett.

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