Träumen dürfen

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von Irena Akopjan

Ndombolo heißt die mitreißende Popmusik aus Kongo, die dem Lebensgefühl der Großstadt-Kids aus Kinshasa entspringt. Diese wirbelnde Mischung aus Rumba, traditionellen afrikanischen Rhythmen, sonntäglicher Blaskapellen und Funk ist in Kongo und in ganz Afrika die beliebteste Musik zum Tanzen.

Die unmittelbare körperliche Wirkung des Ndombolo hat den international ausgezeichneten kongolesischen Choreografen Faustin Linyekula stark beeindruckt. Aus dieser Musik heraus entwickelt er das Stück „MORE MORE MORE... FUTURE“, das am 18. August im Hebbel-Theater seine Weltpremiere hatte.

Neben den Tänzern stellt der Choreograf Flamme Kapaya, einen der besten Gitarristen der Demokratischen Republik Kongo, und zwei weitere Musiker auf die Bühne. Die außergewöhnlichen Energie der Gitarren und den Stimmen des Ndombolo wird spürbar und erlebbar.

Es ist ein ausgelassenes Rockkonzert, ein Feuerwerk, aber alles andere als lustig. Faustin Linyekula fügt den schnellen Rhythmen eine neue Textebene und seine Choreografien hinzu, um die Geschichten eines zerrütteten Landes zu erzählen.

Mit Live Musik, Tanz und Performance zwingt er die Zuschauer geradezu, sich mit dem seit Jahren von einem schrecklichen Bürgerkrieg heimgesuchten Kongo auseinanderzusetzen, und mutet ihnen dabei nicht wenig zu. Es ist oft bedrückend, beklemmend, fast hart.

Aber nie zermürbend. Denn „More, more, more … Future“ lässt hoffen und lädt dazu ein, gemeinsam über die Zukunft nachzudenken.

Uns „mit beiden Beinen fest am Boden zum Träumen zu bewegen“ will der Choreograf. Das ist ihm zweifelsohne auch wunderbar gelungen.
 

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