Als Modehauptstadt der Welt ist es sich Paris schuldig, ein reich ausgestattetes Modemuseum zu führen. Im Neorenaissance-Schlösschen Palais Galliera mit herrlich angelegtem Garten wird die Geschichte der Mode anschaulich präsentiert.
Mondäne Kleidung wieder zum Leben erweckt
Das 1977 eröffnete Pariser Modemuseum hebt mit 100.000 Erinnerungsstücken die große Bedeutung der Mode für die Stadt hervor. Seit Jahrhunderten schon ist die Mode zentral in der französischen Kultur verwurzelt und eng mit anderen Bereichen wie Kunst oder Theater verflochten. Das Museum beherbergt eine Sammlung kostbarer Roben, von Louis XIV bis zu Dior oder Givenchy, Gewänder, Dessous oder Hüte von 1753 bis heute. Außerdem werden Fotografien, Lithografien und Gravierungen gesammelt. Die Herzogin von Galliera, Ehefrau eines italienischen Bankiers, ließ das Palais 1878 bis 1894 von Léon Ginain erbauen.
Sehenswerte Sammlungsstücke
Eine Korsage von Marie-Antoinette aus dem Jahre 1785 und zwei Kostüme von Louis XVII aus den Jahren 1792 und 1793 zählen zu den besonderen Schätzen des Museums. Aus dem 19. Jahrhundert sind ein Kleid der Kaiserin Joséphine aus weißer Mousseline und ein goldgewirktes rotes Kostüm der Kaiserin Marie-Louise erhalten. Für das 20. Jahrhundert strahlen Roben von Christian Dior, Pierre Balmain oder Yves Saint Laurent um die Wette. Daneben wurde eine spezielle Herrenabteilung geschaffen, in denen Ausstellungsstücke von Mermès, Levis oder Thierry Mugler glänzen, ein Bereich für kostbare Unterwäsche, eine Abteilung für bedeutende Accessoires sowie Bereiche für Spitzenkunst und berühmte Kleiderpuppen.
Sonderausstellung : Madame Grès
Mit einer Retrospektive, Madame Grès (1903-1993) gewidmet, huldigt das Museum der großen Designerin und Schneiderin, die eigentlich lieber Bildhauerin geworden wäre, was man ihren Entwürfen unbedingt ansieht. Inspiriert wurde sie vor allem von der griechischen Antike sowie von nordafrikanischen oder indischen Traditionen. So herrschen voluminöse Raffungen, asymmetrische Schnitte und schulterfreie Modelle vor. Die Sonderausstellung zeigt rund 80 Originalstücke sowie 50 Fotografien von Modellen der Künstlerin. Auf den Spuren von Madame Grès können sich Besucher auch aktiv begehen, indem sie einen der angebotenen Workshops wie Modeskulptur, Drapierung oder tragbare Plastik besuchen.
Weitere Museumsaktivitäten
Die Bibliothek und das Dokumentationszentrum stehen Studenten, Profis und interessierten Laien für ihre Recherche zur Verfügung. Forschungsschwerpunkt ist die Modegeschichte und westliche Kostümkunde von der Antike bis in unsere Tage. Daneben unterhält das Museum seit 1986 noch Restaurations- und Konservationsabteilungen, die weitere 30.000 Kostüme und 40.000 Accessoires aufbewahren.
Weitere Informationen
Musée Galliera - Musée de la Mode de la Ville de Paris, tgl. außer Mo 10-18 Uhr
10, av. Pierre-ler-de-Serbie, 75116 Paris
Tel.: 01 56 52 8600
E-Mail: presse.galliera@paris.fr
Wegen Bauarbeiten bis Frühjahr 2012 geschlossen. Ausstellung währenddessen im:
Musée Bourdelle 16
rue Antoine Bourdelle, 75015 Paris
Tél. : 01 49 54 73 73